Das Haus, das den Himmel hereinlässt

Lichtkünstler James Turrell baute ein Haus nach einem japanischen Essay – und wer will, übernachtet mitten im Kunstwerk.

Das Haus, das den Himmel hereinlässt

Der Shinkansen bringt mich von Tokio in die Berge, wo noch Schnee liegt. Von der Bahnstation aus führt mich ein Lokalzug weiter durch eine Landschaft, die unter dem Weiss fast lautlos wirkt. Zuletzt wechsle ich auf einen Mietwagen – mein Ziel liegt abgeschieden, auf einem Berg, im Wald.

Was mich dorthin zieht, ist ein Haus, das einer japanischen Vorstellung von Ästhetik folgt: dem Wechselspiel von Licht und Schatten in der Architektur. Der Schriftsteller Tanizaki Junichiro hat diesem Gedanken in seinem Essay «Lob des Schattens» eine literarische Form gegeben. Ein Künstler liess sich davon so sehr inspirieren, dass er ein ganzes Haus nach diesem Prinzip baute.

Entstanden ist ein klassischer Holzbau mit Tatami-Böden und Shoji-Schiebetüren. Eine überdachte Terrasse umgibt das gesamte Gebäude und eröffnet einen Blick ins Tal und auf die umliegenden Berge. Von aussen wirkt das Haus zurückhaltend. Was sich darin verbirgt, verrät es nicht.

Wer bleibt, erfährt mehr