Im Rhythmus der Quallen

Während Japans Aquarien um Grösse wetteifern, rettete ein Zufallsfund ein kleines Haus an einer abgelegenen Küste vor dem Bankrott.

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Im Rhythmus der Quallen
Übersicht
  • Das Tohoku Epson Aquarium Kamosui im Fischerdorf Kamo (Präfektur Yamagata) spezialisierte sich auf Quallen.
  • 1997 tauchten zufällig Quallen in einem Korallenbecken auf, worauf Direktor Tatsuo Murakami den radikalen Fokus auf die Schirmtiere beschloss.
  • Seit der Wiedereröffnung am 1. April 2026 zeigt das Haus rund 100 Quallenarten.

Japan pflegt als Inselstaat eine innige Beziehung zur Meereswelt, und das zeigt sich auch in seinen Aquarien. Möglichst gross und spektakulär müssen sie sein. Das Churaumi Aquarium in Okinawa und das Kaiyūkan in Osaka, wo Walhaie als grosse Sehenswürdigkeit angepriesen werden, stehen stellvertretend für diesen Gigantismus.

Dass es auch anders geht, beweist ein kleines Haus in der Präfektur Yamagata. An einem abgelegenen Felsen beim Fischerdorf Kamo am Japanischen Meer steht das Tohoku Epson Aquarium Kamosui, das sich auf die anspruchsvolle Zucht von Quallen spezialisiert hat. Mehrere Dutzend Sorten dieser Nesseltiere sind in diesem überschaubaren Komplex am Meer zu bewundern – die grösste Sammlung der Welt. Nirgendwo sonst kommt man diesen Lebewesen näher, die wie lebendige Kunstwerke anmuten. Die Hauptattraktion ist das Kurage Dream Theater, ein fünf Meter hoher Tank mit Tausenden Ohrenquallen, deren verzaubernde Präsentation perfekt ins Instagram-Zeitalter passt.

Ein mutiger Entscheid