Das Dorf, das der Wald verschluckte

Im dichten Bergwald von Yakushima liegt ein Geisterdorf, das Wandernde bis heute durchqueren. Es erzählt von der Vergangenheit der Insel.

Das Dorf, das der Wald verschluckte
Der einstige Schrein des Dorfes. janinjapan.ch

Der Pfad zu den ältesten Zedern der Insel Yakushima im der Präfektur Kagoshima folgt über weite Strecken einer alten Bahntrasse (zum Artikel). Holzplanken zwischen den Schienen machen den Weg begehbar, er führt über Brücken, tief hinein in dichten Bergwald. Was wie unberührter Urwald wirkt, ist es längst nicht mehr.

Die einstige Bahnlinie ist heute ein Wanderweg.
Die einstige Bahnlinie ist heute ein Wanderweg. janinjapan.ch

Schon in der Edo-Zeit (1603–1868) fällten Menschen hier die mächtigen Zedern der Insel. Im Jahr 1923 entstand eine kleine Schmalspurbahn, die vom Hafendorf Anbo flussaufwärts mitten in den Wald führte. Mit ihr kam mehr als nur Holz. Mitten im bewaldeten Niemandsland liessen sich Holzfällerfamilien nieder und gründeten eine Gemeinschaft, wo zuvor nur Wald gewesen war.

Bis heute kreuzt der Weg die Spuren eines Alltags, den es hier längst nicht mehr gibt. Über 500 Menschen lebten einst hier, mitten im Wald, an einem Ort, der heute als Geisterdorf fortbesteht.

Auf den Spuren eines vergangenen Alltags