Chazuke, Zosui, Okayu: Drei Reissuppen
Wenn in Japan der Appetit schwindet oder die Zeit knapp wird, kommt eine jahrhundertealte Lösung auf den Tisch – zwei Grundzutaten, drei Reissuppen.
Chazuke, Zosui und Okayu sind drei japanische Reissuppen, die dem Hunger zwischendurch, der Müdigkeit nach einer langen Reise oder Appetitlosigkeit bei Krankheit begegnen. Ihre zwei Grundzutaten, Reis und heisse Flüssigkeit, machen alle drei Speisen leicht verdaulich und nahrhaft. Eine Art gesundes Fastfood, lange bevor dieser Begriff existierte.
Der Ursprung liegt in der Heian-Zeit (794–1185). In der höfischen Literatur jener Epoche taucht eine Methode auf, die als Yuzuke bekannt wurde: heisses Wasser über abgekühlten, hart gewordenen Reis giessen, um ihn wieder geniessbar zu machen. Weil es damals schlicht keine Technologie gab, um frisch gekochten Reis warmzuhalten.
Je nachdem, welche Brühe verwendet wird und wie stark der Reis darin zerkocht, entstehen drei ganz unterschiedliche Gerichte mit eigenem Charakter, eigener Konsistenz und eigenem Anlass.
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