Die Ära der Shinkansen-Speisewagen

Im Shinkansen gehörten Speisewagen einst zum Standard. An einem Ort lebt diese Ära weiter.

So sah der Alltag im Speisewagen der Shinkansen-Baureihe 0 aus.
So sah der Alltag im Speisewagen der Shinkansen-Baureihe 0 aus. janinjapan.ch

In Europa gehören Speisewagen zum Bahnfahren einfach dazu. Eine herzhafte Mahlzeit, der Blick auf die vorbeiziehende Landschaft und das Gefühl, unterwegs richtig zu essen statt nur die Fahrt zu überbrücken. Man könnte meinen, dass es in einem kulinarisch versierten Land wie Japan ähnlich ist. Doch im Shinkansen sucht man dieses Angebot heute vergeblich. Das war nicht immer so.

In den Anfangsjahren der Hochgeschwindigkeitszüge der Baureihen 0 und 100 gehörten Bordrestaurants zur Standardausstattung. Ab 1974 versorgten sie die Reisenden auf der mehr als 6-stündigen Fahrt zwischen Tokio und Fukuoka mit warmen Mahlzeiten. Zuvor hatten Buffetwagen mit Snacks und Getränken diese Aufgabe übernommen. Die Baureihe 100 zeigte besonders eindrucksvoll, wie ernst diese Idee genommen wurde. Ein 2-stöckiger Wagen wurde eigens dafür entworfen, das Obergeschoss als Speisesaal, das Untergeschoss als Küche und Durchgang. Für eine Mahlzeit stieg man eine Treppe hinauf.

Von dieser Ära ist im heutigen Hochgeschwindigkeitsnetz Japans nichts mehr zu sehen. Doch ein Ort bewahrt sie bis heute, mitsamt den Speisekarten von damals.

Was vom Speisewagen blieb