📖 Ōbātsurizumu: Overtourism / Übertourismus

Die Überlastung von Reisezielen durch Massentourismus

Ōbātsurizumu (オーバーツーリズム) ist die japanische Adaption des englischen Begriffs «Overtourism» und bezeichnet die Überlastung beliebter Reiseziele durch zu viele Besucher. Japan verzeichnet seit 2010, als 8 Millionen ausländische Touristen gezählt wurden, ein stetiges Wachstum im Tourismus. 2019 kamen bereits 32 Millionen internationale Gäste. Nach einem Einbruch während der Corona-Pandemie ist diese Zahl 2025 auf 42 Millionen angestiegen. Der anhaltend schwache Yen hat diesen Boom zusätzlich befeuert. Bis 2030 rechnet Japan mit bis zu 60 Millionen Touristen aus Übersee. Für die klassischen Destinationen der Goldenen Route, die von Tokio über Kyoto bis nach Hiroshima führt, hat dies jedoch zu einer Überlastung der touristischen Infrastruktur geführt. Die Algorithmen der sozialen Medien, die nicht Vielfalt, sondern Einheitsbrei propagieren, verschärfen diese Situation. Während die Tourismusbranche wirtschaftlich von diesem Ansturm profitiert, leiden die betroffenen Ortschaften unter steigenden Preisen, überfüllten öffentlichen Verkehrsmitteln und dem Verlust ihrer Lebensqualität. Mit Eintrittsgebühren, Reservierungspflicht, Besucherlimits und Verhaltensregeln versucht man, die schlimmsten Auswirkungen einzudämmen. Die wohl wirksamste Massnahme ist jedoch eine bessere Verteilung des Tourismus auf alle Regionen des Landes. So ist die Klage über zu viele Touristen nur die halbe Wahrheit. Denn in den allermeisten ländlichen Regionen des Inselstaates, die so viel zu bieten haben, geht es noch immer ruhig zu und her (zum Artikel).

Den Übertourismus meiden
Der gerne beklagte Übertourismus in Japan hat auch damit zu tun, dass viele ausländische Touristen zu den immer gleichen Sehenswürdigkeiten pilgern. Dabei gäbe es ein ganz anderes, ruhigeres Japan zu entdecken.
Touristen-Hotspot: Der Tempel Sensō-ji in Asakusa, Tokio. kazuhiro / Shutterstock.com