📖 Kotatsu: Heiztisch
Der traditionelle japanische Wärmetisch für kalte Wintertage
Kotatsu (炬燵 | こたつ) ist ein niedriger Holztisch mit eingebauter Heizung, über den eine dicke Decke gelegt wird, um die Wärme darunter zu halten. Dieses traditionelle Heizmöbel stammt aus der Muromachi-Zeit (14. Jahrhundert) und hat sich aus einfachen Holzkohle-Feuerstellen entwickelt, die in den Boden eingelassen waren. Heute werden Kotatsu elektrisch betrieben und sind in japanischen Haushalten während der Wintermonate allgegenwärtig. Die Familie versammelt sich unter der gemeinsamen Decke, isst, trinkt Tee, schaut fern oder arbeitet – der Kotatsu wird zum sozialen Mittelpunkt des Zuhauses. Diese Art der Heizung spiegelt die traditionelle japanische Heizphilosophie wider: Statt ganze Häuser oder Räume zu heizen, wird gezielt der Körper gewärmt (zum Artikel). Das spart Energie und schafft eine besondere Atmosphäre der Geborgenheit. In der modernen Popkultur Japans ist der Kotatsu ein Symbol für Gemütlichkeit und Winterfaulheit. Einmal unter der Decke, fällt das Aufstehen schwer – ein Phänomen, das Japaner selbst als Kotatsumuri, «das Einigeln im Kotatsu», bezeichnen. Touristen, die im Winter in traditionellen Ryokan oder privaten Unterkünften übernachten, begegnen oft diesem Möbelstück. Wer sich darunter kuschelt, versteht schnell, warum der Kotatsu fester Bestandteil der japanischen Winterkultur ist.






