📖 Heisei-jidai: Heisei-Ära

Die Regierungsepoche Kaiser Akihitos von 1989 bis 2019

Heisei-jidai (平成時代 | へいせいじだい), die Heisei-Ära, bezeichnet die Regierungsepoche unter Kaiser Akihito von 1989 bis 2019. Heisei bedeutet «Frieden überall» und war der offizielle Ära-Name (jp. gengō) jener drei Jahrzehnte. Am 8. Januar 1989 verlas Kabinettschef Keizo Obuchi – der spätere Premierminister – live im Fernsehen den neuen Ära-Namen Heisei, ein weisses Schild in die Kameras haltend. Die Geste wurde ikonisch und trug ihm den Spitznamen «Onkel Heisei» (jp. heisei-ojisan) ein. Die Epoche begann mit Hirohitos Tod und endete mit Akihitos Abdankung am 30. April 2019 – der ersten eines Tenno seit über zwei Jahrhunderten. Trotz ihres Namens war die Ära turbulent: Die Spekulationsblase platzte 1991 und leitete ein «verlorenes Jahrzehnt» ein, das Erdbeben von Kobe 1995 forderte knapp 5000 Todesopfer, der Giftgasanschlag der Aum-Sekte in der Tokioter U-Bahn erschütterte die Nation, und das Tohoku-Erdbeben mit Tsunami und Reaktorkatastrophe 2011 markierte den tiefsten Einschnitt. Gleichzeitig erlebte Japan eine kulturelle Blüte: Miyazakis Studio Ghibli wurde zum globalen Inbegriff des Anime, die japanische Popkultur fand ein globales Publikum. Im letzten Jahrzehnt der Heisei-Ära vollzog sich der Wandel von der einst gefürchteten Wirtschafts- zur vielbesuchten Soft-Power-Nation.

Japans Heisei-Ära: Vom Game Boy bis zum Skytree
Seit 30 Jahren ist Kaiser Akihito auf dem Thron. 2019 wird er abtreten. In seiner Ära gab es Tragödien, aber auch einige Höhepunkte, die nicht nur Japanern ein Begriff sind. Eine Auswahl.