Ein Pompeji im Schatten des Vulkans

Ein Vulkanausbruch verschluckte 1914 ein japanisches Dorf. Ein heiliges Tor weigerte sich, ganz zu verschwinden.

Ein Pompeji im Schatten des Vulkans

Sakurajima prägt bis heute das Landschaftsbild der südlichen Präfektur Kagoshima auf Kyushu. Der aktive Vulkan war einst eine eigenständige Insel, auf der mehr als 20'000 Menschen lebten.

Im Januar 1914 kündigte sich an seiner Ostflanke eine Katastrophe an: Das Brunnenwasser begann zu kochen, tote Fische trieben an die Küste und die Erde bebte ununterbrochen. Die Meteorologen stuften die Lage dennoch zunächst als ungefährlich ein.

Am Morgen des 12. Januar 1914 brach der Vulkan schliesslich um 10:05 Uhr mit unbändiger Wucht aus. Innerhalb eines einzigen Tages legte sich eine meterdicke Schicht aus heisser Asche und Bimsstein über die Region und verschluckte Hunderte von Häusern. Zudem füllten die Lavamassen die Meerenge im Osten auf und verbanden Sakurajima dauerhaft mit der benachbarten Osumi-Halbinsel. Die sogenannte «Taishō-Eruption» (Sakurajima no Taishō Daifunka) forderte 58 Tote, 112 Verletzte und zerstörte 2268 Häuser. Mehr als die Hälfte der Bevölkerung verliess in der Folge Sakurajima.

Bis heute ragt aus einem der damals verschütteten Dörfer ein heiliges Tor aus der erstarrten Asche empor. Es ist ein eindrücklicher, sichtbarer Rest von allem, was dort einst stand.

Was aus der Asche ragt