Die grosse Heimkehr einer Burg

Im Norden Japans thront eine Burg seit 11 Jahren am falschen Ort. Nun kehrt das Wahrzeichen an seinen berühmten Ursprungsort zurück.

Die grosse Heimkehr einer Burg

In der Präfektur Aomori im Norden der grössten japanischen Hauptinsel Honshu steht ein Burgturm nicht an seinem ursprünglichen Platz. Statt auf der historischen Steinmauer über dem Wassergraben zu thronen – ein landesweit bekanntes Fotomotiv – ruhte er über Jahre mitten auf einer Rasenfläche, wenige Meter von seinem angestammten Platz entfernt.

Der 3-stöckige Hauptturm stammt aus dem Jahr 1810. Sein Vorgänger war 1611 errichtet worden und brannte 1627 nach einem Blitzschlag nieder. Als eine von nur 12 erhaltenen Burgen aus der Edo-Zeit (1603–1868) (zum Artikel) zählt das Bauwerk zu den bedeutendsten Kulturdenkmälern der Region. Damit ist es die einzige noch original erhaltene Anlage dieser Art im Nordosten des Inselstaates. Hinzu kommen 3 Wachtürme und 5 Burgtore, die ebenfalls als wichtige Kulturgüter ausgewiesen sind.

Die Burg am Originalort. taka / PIXTA

Grund für die ungewöhnliche Verschiebung war die Steinmauer. Sie hatte sich über Jahrhunderte nach aussen gewölbt und drohte bei einem Erdbeben einzustürzen. Um sie zu sanieren, ohne den hölzernen Turm zu gefährden, hoben Ingenieure das rund 400 Tonnen schwere Bauwerk im Jahr 2015 an und verschoben es auf Schienen um 78 Meter eine sichere Stelle (zum Artikel). Das Innere blieb dabei zugänglich, mit einem kleinen Museum und einer Aussichtsplattform.

11 Jahre lang stand der Turm an diesem provisorischen Ort. Jetzt kommt wieder Bewegung in das Bauwerk.

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