Die drei schönsten Landschaften in Japan
Drei Küsten verkörpern Japans klassisches Schönheitsideal. Schon im 17. Jahrhundert rühmte ein Gelehrter sie als Naturwunder.
Im 17. Jahrhundert durchquert Hayashi Shunsai Japan zu Fuss. Der konfuzianische Gelehrte erforscht die Geografie, historische Stätten sowie die kulturellen und gesellschaftlichen Verhältnisse des Landes. 1643 fasst er die Ergebnisse in seinem Werk «Nihon Koku Jiseki Kō» zusammen, das sinngemäss «Untersuchungen zum historischen Erbe Japans» bedeutet.
Darin hält er die Besonderheiten der einzelnen Provinzen fest und rühmt drei Küstenlandschaften als herausragende Naturwunder. Sie liegen an drei verschiedenen Meeren: am offenen Pazifik im Nordosten, am rauen Japanischen Meer im Westen und an der ruhigen Seto-Inlandsee im Südwesten. Jede der drei Küsten steht für eine Form der Naturschönheit: Schnee, Mond und Blumen. Sie sind Sinnbilder der klassischen japanischen Ästhetik und heissen zusammen Setsugekka.
In den folgenden Jahrzehnten zirkulieren Hayashis Beobachtungen in den Gelehrtenkreisen des Landes. Der Botaniker und Reiseschriftsteller Kaibara Ekiken besucht eine dieser Küsten und hält seine Eindrücke im Kishi Kikō fest, frei übersetzt «Reisebericht von 1689». Er notiert, dass es angemessen sei, sie als «eine der drei Landschaften Japans» zu bezeichnen. Seine akademische Notiz wird zum Urknall des Reisetourismus in Japan.
Ein Tor im Meer, eine Brücke zum Himmel
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