Bevor Japans Strassen laut wurden

Ein einfaches Gefährt löste Tokios Verkehrsproblem, lange bevor es Autos in Japan gab – und ist über 150 Jahre später noch immer im Einsatz.

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Ein Wagenzieher im Einsatz in Kyoto.
Depositphotos.com

Tokio, 1870. Die Stadt hat gerade eine mehr als 200 Jahre währende Epoche der Abschottung hinter sich gelassen und beginnt sich mit ungewöhnlichem Tempo zu modernisieren. Auf den Strassen fehlt es an Verkehrsmitteln, die zu diesem neuen Tempo passen: Das Auto gibt es noch nicht, die Eisenbahn steckt in den Anfängen (zum Artikel), und die überlieferten Transportmittel sind entweder zu teuer im Unterhalt oder zu umständlich im Betrieb.

In diese Lücke stösst ein Gefährt von denkbar einfacher Bauart: zwei Räder, ein Sitz, gezogen von einer einzigen Person. Schnell genug für eine hektische Stadt, günstig genug für den Alltag ihrer Bewohner. Was als pragmatische Antwort auf ein wachsendes Tokio beginnt, wird innert weniger Jahre zu einem festen Bestandteil des japanischen Stadtbilds.

Mehr als 155 Jahre später ist das Gefährt noch immer unterwegs, nicht mehr als Mittel für den täglichen Arbeitsweg, sondern in einer ganz anderen Rolle.

Ein Name, der um die Welt ging